ZTW Twin und brandenburgische Effekte ;-)
Moin Christian,
hängt ein ZTW am Empfänger, ist dies ja kein Problem. Der ZTW200 hat ein BEC, die großen 300er nicht aber ich kenne auch keine Probleme diesbezüglich aus dem Solo-Betrieb.
Als mir die Empfängerstrippen meiner ZTW200 abgefackelt sind, hatte ich die +-Leitungen im Y-Kabel getrennt, das lief runde 15 Fahrten problemlos.
Ich hatte mich auf der sicheren Seite gewähnt, konnte mir den berichteten Effekt bei anderen nur bedingt erklären aber im Modellbau spielt halt viel mit rein. Der eine hat noch eine Telemetrie über den Empfänger laufen, der nächste nicht, ...
Plötzlich lief mein Boot bei einer neuen Fahrt (die zweite an dem Tag) arg komisch, zum zurück kommen per kleinem Kringel hat es gereicht, etwas Rauch war im Boot.
Aufgeraucht war die Minusleitung von einem Steller über das Y-Kabel zum nächsten Steller, sonst nichts. Nicht die Impulsleitungen, keine Leitung zum Empfänger, einfach nur sauber von Steller zu Steller, vom Schadensbild her also kein geschlossener Stromkreis sondern irgendwas Richtung kapazitivem Schwingkreis. Der Strom floss auch nur bei motorischer Belastung, keine Effekte durch die BEC oder so.
Irgendwas muss eine Schwingung per Reihenschwingkreis ausgelöst haben, am Y-Kabel war klar nachzuvollziehen, wo der Strom geflossen war, der Empfänger hatte keine Rolle gespielt.
Nebenbei haben augenscheinlich alle Komponenten das ganze überlebt, neue Strippen an die Steller und sie laufen wieder... einzig das Vertrauen in ZTW ist dahin und ich habe sie aus dem Modell geworfen. Kernschrott :bang
Um eine Schwingung zwischen den Stellern auf Masse zu unterbinden, würde ja ein Optomodul reichen, 2 würden natürlich nicht schaden, ich bin nur noch nicht durch mit dem "verstehen" von dem Spaß, da es keinen geschlossenen Stromkreis im "Gleichstromverständnis" gab sondern nur ein kapazitiver Wechselstrom in Frage kommt. Andererseits lief das Boot etwa 15 Male ohne Auffälligkeiten problemlos, deshalb hatte ich über Test und Beobachtung erwartet, dass die berichteten Probleme durch irgendwelche anderen Themen aus dem Bereich Modellaufbau hervorgerufen wurden, musste dann aber nichts verändern, um eines besseren belehrt zu werden.
Mir fiel auch auf, dass es keine Optomodule mehr am Markt zu geben scheint. Andere Hersteller scheinen im Gegensatz zu ZTW das Thema im Griff zu haben und es scheint keinen Bedarf mehr zu geben, als bei halb fertig entwickelten Produkten ;)
Andererseits gerade mit Telemetrie & Co können so Module nicht schaden. Plane für mich mal bitte 4 Stück ein, auch wenn ich mich vom Thema ZTW verabschiedet habe ;) ... aber nicht vom Thema Telemetrie ;) ...
VG, Eike
ZTW Twin und brandenburgische Effekte ;-)
Zitat:
Zitat von
MiSt
An den Elektronik-Voodoo mit Schwingkreisen etc. glaube ich nicht im entferntesten! Da reicht die Energie nicht ansatzweise, um die Kabel verschmoren zu lassen. Ich würde mir wünschen, das Internet wäre nicht voll von solchen Verschwörungstheorien am Rande der Paranoia, aber wenn sich sogar Herr Retzbach da einreiht (siehe anderer Thread, ähnliches Thema), dann ist halt irgendwie alles zu spät :bang.
Wesentlich plausibler ist hier als Erklärung, dass der eine Antriebsstrang am Steller seine Power-Masse verloren hat. Dann fließt der ganze Motorstrom von der Powermasse des anderen Stellers über die schwarzen Kabelchen in den Empfängerstrippen, was sehr wohl reicht, um das bisschen Kabel verschmoren zu lassen.
Außerdem erklärt es auch das "komische" Fahren ohne "Bumms" und nicht recht geradeaus, denn so ein "bisschen" Spannung hat dem einen Strang dann auch gefehlt :laugh:.
Dass das dem Empfänger nicht geschadet hat, ist auch wiederum kein Mirakel, denn er ist ja nur über GND mit dem ganzen Desaster verbunden gewesen. Dass GND gegenüber den beiden Stellern kräftig "geshifted" war, hat offenbar bezüglich der Logikpegel noch nix gemacht.
Moin Michael,
ich schätze deine meist technischen Argumentationen und Meinung aber von Voodoo halte ich an der Stelle nicht viel. Entweder man hat serielle Schwingungen zwischen Kapazitäten mit geschalteten Induktivitäten (alles hier vorhanden, "Bordnetzschwingungen" sind bei mehreren inverterbetriebenen Antrieben nicht unüblich) oder einen geschlossenen Stromkreis, dann kann mit deiner Denke eine Strippe lose sein oder was auch immer und der Strom sich einen alternativen Pfad suchen. Dann muss sich über den alternativen Pfad aber der Sromkreis wieder schließen können.
Anbei der ich denke vollständige Schaltplan meines betroffenen Bootes:
http://www.speed-mania.de/Bilder/ren...tw200_twin.jpg
Keine Verbindung zwischen den beiden Fahrakkus, 2 an sich unabhängige Antriebe und ich verwende 6mm Lehner Stecker, die lösen sich nicht zufällig. Die Stecker sitzen recht straff, da muss bei einem Überschlag sich schon die Akkuschiene lösen, dann reißt sich auch der Stecker raus, das hatte ich aber noch nicht, seit die ZTW200 in dem Boot sind.
Natürlich habe ich auch mal nur einen einzelnen Antrieb im ansonsten voll aufgebauten Boot betrieben - in der Werkstatt halt - wenn aber nur einer der beiden Fahrakkus angeschlossen ist, bleibt der zweite Antrieb einfach unversorgt und passiv. Über Impulskabel und Minus-Strippe vom Empfänger vorsorgt sich da nichts, auch wenn ein Fahrakku mit einem Pol angeschlossen wäre (egal welcher), bliebe der Stromkreis über eben diesen Akku offen.
Du kannst Dir das Bild gerne ziehen und drin herum malen, ich finde aber keinen Stromkreis in der DC-Denke, der den rot gestrichelten, verschmorten Pfad schließt und der war eindeutig. Isolationen anderer Adern waren nicht angeschmort, dieser Pfad hat aber ordentlich durch sein verschmortes Material das Boot verräuchert.
WLAN-Kabel wären jetzt wirklich Voodoo, Reihenschwindkreise nicht unbedingt, sie sind nur im Zweifel nicht trivial zu verstehen - also Voodo ;-)
Das Verhalten vom Boot kann ich mir auch ohne mangelnde Antriebsspannung erklären.
Einfach gesetzt, dass da ein Strom fließt, der die Isolation aufschmoren und die Kabel glühen lässt, habe ich eine deutliche Widerstandserhöhung auf der Massestrippe mit überlagertem Strom. Das Massekabel empfängerseitig ist aber das Bezugspotenzial für die Auswertung des Empfängerimpulses. Das dies in dem Szenario gestört sein kann, halte ich für plausibel.
Wo der Strom her kommt, ist ggf. ein separates Thema für mich, er war da, das Kabel zeigte ein eindeutiges Bild und die Schmorspur bog sauber im Y-Kabel ab, ließ den Zweig Richtung Empfänger außen vor.
Ich habe jetzt schon bewusst das Wort "Plausibilität" eingebaut, weil ich es nicht zu Ende untersucht habe, damit habe ich auch kein abschließendes Verständnis.
Was mir aber plausibel erschiene, wäre beispielsweise, dass ich meine "Standard-Prozedur" verletzt haben könnte. (Empfänger-Notaus gezogen, beide Antriebe anstecken, Funke an, Empfänger-Notaus scharf machen)
So starten beide Steller ggf. synchron.
Es kann sein, dass ich mit laufendem Empfänger auch mal nicht synchron die Steller scharf geschaltet habe. Synchon taktende Inverter und nicht synchron taktende Inverter verursachen unterschiedliche Schwingungen im Bordnetz aber ist der Takt so exakt, dass er über 10 Fahrten nie asynchron wurde, nur weil er einmal synchron gestartet wird?
Ganz ehrlich, ich habe auch einfach keinen Bock mehr auf die Steller, siehe auch noch die weiteren Themen im Anschluss.
Es könnte einen statistischen Anteil haben, das Boot lief ja auch mehrfach gut und dies sauber messtechnisch zu untersuchen, gehört eigentlich in die Entwicklungsarbeit von ZTW.
Auffällig ist ja, dass diese Problembeschreibung jetzt nicht neu ist, da bauen Privatleute schon Optomodule, um diese Steller sicher(er) nutzen zu können und schreiben ZTW an den Thread. Das ist ja kein Zufall.
Ich habe die Problembeschreibungen von anderen Modellbauern aber noch nie gepaart mit einem klaren Schaltbild gefunden und da ich bei Testläufen in der Werkstatt keine Probleme hatte und auch runde 15 Fahrten problemlos verliefen, hatte ich das Thema auch in Richtung "modellbaulicher Bock geschossen" für mich einsortiert. Irgendwer bekommt alles kaputt - das ist in unserem Hobbie so ;-)
So einfach scheint es aber nicht zu sein. In meinen Augen reicht die reine DC-Denke hier nicht aus und ja, "Wechselströme und Netzwerke" hieß das gefürchtete Fach im Studium, was regelmäßig zu >90% Durchfallquoten neigte, ich habe es auch nur mit einer "schreib 4 bleib hier" bestanden, das aber auf Anhieb und damit gehörte ich zu den top 6 Prozent in meinem Semester :laugh:
Trotzdem "mag" ich diese Themenstellung nicht wirklich und in der Industrie werden solche Effekte oft per Try&Error gelöst, nicht weil sie auf Anhieb sauber entwickelt wurden ;-)
Was mir an den ZTW200 ansonsten noch aufgefallen ist:
- Sie kamen mit nicht lauffähiger Software, produzierten verdammt komische Übergänge aus dem initialen Anschleppen bis zum Übergang in den geregelten Betrieb. Über Abstimmung von Vorkommutierung, ... ließ sich das nicht lösen. Im Rahmen der Kommunikation mit dem Händler habe ich Videos aufgezeichnet, dabei hat es, als der Motor dann auf Drehzahl ging, selbst die Tonaufzeichnung meines Handies verrauscht. EMV-technisch haben die Steller echt "Sendeleistung".
So ab 0:15, besonders bei 0:19 hört man, was ich meine:
https://www.youtube.com/watch?v=rHiE9q6DZ-M - Wenn ich mit dem Boot in Teillast an mir vorbei gefahren bin, habe ich die Antriebe richtig pfeien gehört, Innenläufer von Neu (je, geblecht mit Rastmoment) aber zum einen ist das dann hörbare Pfeifen zu hochfrequent für den Motor und zweitens mit Turnigy 180 V2 hat das Boot dies nicht. Im Video kommt es rüber, wenn man es life gehört hat.
https://www.youtube.com/watch?v=zHwuicTPv1A
Das schönste an dem Video ist ja der Kommentar bei 1:32 aber bei 1:50 und 2:05 rum höre ich das Inverterpfeifen raus, wie wir es auf Arbeit nennen ;) - Die 200er ZTW werden deutlich heißer als Turnigy 180V2, deshalb sind sie aus dem Boot auch schon wieder raus geflogen, mal so schnell Optomodule bestellen war im Sommer nicht möglich, da sah meine Problemlösung halt anders aus. ZTW raus, Turnigy rein, läuft ;)
Vielleicht haben ja auch noch andere Interesse dran und sei es, dass diese Fehlerbeschreibung mit Schaltbild andere davor bewahrt selbst die Empfängerstrippen Ihrer ZTW abzufackeln. Ein einfacher Funktionstest in meiner Werkstatt hat mich jedenfalls nicht davor bewahrt.
Interessant wären auch weitere Schaltbilder von abgerauchten Aufbauten:
- Auftrennung + im Y-Kabel?
- Verbindungen der Antriebsakkus mit dem Empfänger per Telemetrie (ich hatte keine)
- ...
VG, Eike
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Hier ein Bild vom ZTW500 und der Vergussmasse.
Anhang 103472
Gruß,
Achim
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Hier ein Bild des ZTW300 Steuerteils
Anhang 103473
Gruß
Achim
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und hier des ZTW 500 mit reparierten Elkos und Isolalations Plättchen gegen Kurzschlüsse
Anhang 103474